Palacinkarnica: Novak Djokovics Erfolgsgeheimnis?


Heute spielt Novak Djokovic, aktuell an der Spitze der Tennis-Weltrangliste, in Shanghai gegen den jungen Österreicher Dominic Thiem. Ich hoffe, der hat genug Crêpes gegessen. Warum? Da muss ich Euch weitererzählen, was mir meine serbische Nachbarin Biljana an Pöhl’s Käsestand am Kutschkermarkt unlängst berichtet hat.

Novak Djokovic wuchs im serbischen Schigebiet Kopaonik auf. Dort betrieben seine Eltern in den 90er Jahren eine Crêperie, auf serbisch Palacinkarnica. Tagsüber arbeiteten die Eltern als Schilehrerin und Schilehrer, abends machten sie Crêpes und Pizza in ihrem Restaurant. Als direkt vor dem Restaurant Tennis-Courts errichtet wurden, lernte Djokovic dort spielen und wurde bald von Trainerin Monika Gencic entdeckt. Et tout le reste est littérature.

À propos Tennis und Literatur: hier einmal eine Leseempfehlung. Wer etwas über eine Jugend in der Provinz, das Tennisspielen und Wetterphänomene erfahren will, der/die lese den großartigen Essay TENNIS, TRIGONOMETRY, TORNADOES von David Foster Wallace, erschienen 1991 in Harper’s Magazine. Im Gegensatz zu Foster Wallace’s ländlichem Illinois war es im Schiort Kopaonik offenbar zum Glück nicht zu heiß und flach zum Tennisspielen. Wer weiß, was sonst aus Novak Djokovic geworden wäre? Ein Schriftsteller vielleicht, oder ein Pizzabäcker?

Es steht 6:4 in Shanghai. Vielleicht bekommt Novak Djokovic ja Jianbing, chinesische Galettes, als Nachschlag.

 

 

 

 

 

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